Unsere erste Workaway-Familie

Posted: Januar 8, 2018 by made-ja-life

Die Carrads

Wie wir jetzt ja schon mehrmals geschrieben haben, waren wir über Workaway.info gleich zu Beginn unserer Reise bei einer Familie für 10 Tage untergekommen. Das ist ganz ähnlich wie helpix.com oder WWOFen. Man arbeitet bei der Familie den halben Tag, den anderen halben Tag hat man für sich Zeit. Dafür bekommt man dann in der Regel Essen und ein Dach über dem Kopf. Unsere Arbeit bei den Carrads bestand zum Großteil aus Rasen mähen bzw. Rasen trimmen, Unkraut jäten und kleineren Holzfällarbeiten. Hühner füttern, Haushalt schmeißen etc.. Alles in allem relativ gute Arbeit, die sogar Spaß macht. Hätten wir beide eigentlich nicht so gedacht. Aber hey… Das war alles eine super geniale Erfahrung, die sogar noch weiter gehen wird! Was?! Genau. Wir werden Ende Februar noch einmal zu dieser Familie zurückkehren. Nicht wundern, bei dem Bild unten ist die nächste Workawayerin mit drauf, die nach uns bei der Familie sein durfte.

Aber jetzt mal von vorn.

Unsere ersten 10 Tage Workaway

Schon der Empfang von Natalie und ihrem Sohn Sebastian war so herzlich und entspannt, dass es vielversprechend sein musste! Sebastian ist 5 Jahre alt, hat feuerrote Haare, eineinhalb Arme und ist ein richtiges Energiebündel. Nach nicht einmal 5 Minuten Schüchternheit war er schon Huckepack auf meinem Rücken 😛

Unser erster Eindruck sowohl von der Familie, als auch von ihrem Grundstück war genial. Ein Haus abseits von jeglichen Straßen (die Einfahrt zum Haus ist 600 m lang) mit eigenem Native Bush, also neuseeländischem Urwald, eine total liebevolle und sehr geduldige Familie und Hühner. Das Beste ist Mrs Duck. Eine wilde Ente, die einfach mit den Hühnern lebt und als Dank jeden Tag ein Ei legt 😀

Jeden Morgen fütterten wir die Hühner, von ganz kleinen Babys bis zum mega aggressiven Gockel war da alles dabei. Und wir haben sogar Babys beim Schlüpfen beobachten können :O. Mittags bekamen nur die kleinen Hühner Futter und am Abend/ späten Nachmittag ist dann für alle Hühner nochmal futtern angesagt. Da sammelten wir dann auch alle Eier ein, inklusive Entenei. Irgendwie haben wir hier ein ganz anderes Bild von Hennen und Enten bekommen. Dadurch, dass hier alles nicht eingesperrt ist, alle Tiere einfach frei rumlaufen können, sind die Hennen und alles was hier so rumrennt einfach total ausgeglichen. Die Tiere hier haben eine ganz eigene Aura, liebevoll und herzlich, wie die Familie. Man sieht die Tiere hier nicht als Nutztiere, Legemaschinen oder sonstiges. Und ich glaube, das macht den Unterschied hier aus. Und den schmeckt man, sobald man mal ein Ei hier gegessen hat! Definitiv 😀

Natürlich haben wir aber nicht nur Eier gesammelt und uns in die Hühner/ Mrs Duck verliebt… Ich hab hauptsächlich mit dem Line Trimmer (elektrische Motorsense) die komplette Einfahrt bzw. das ganze Grundstück gemäht (es sind immerhin 6 Hektar Land :O) während Malin den Haushalt geschmissen hat. Nebenbei haben wir die Hühnerstelle repariert, umgebaut, zwei Hühnerleitern gebaut und eine Schaukel zu Weihnachten für Sebastian.

Milch, Käse und Fleisch

Oh ja, ihr habt richtig gelesen. Fleisch! Und dazu noch das Beste, was man hier bekommen kann. Die Milch kommt von Natalies Bruder, der eine Rinderfarm hat. Jeden Mittwoch Unmengen an frischer Milch. Wenn man einmal die frische Milch, also nicht das wässrige Zeug, was wir in Deutschland so aus dem Tetrapacken trinken, trinkt, dann will man auch nichts anderes mehr. Und wir haben hier nicht nur frische Milch bekommen. Mit Natalie haben wir einen richtige Glücksgriff gemacht! Sie macht aus der Milch eigenen Kefir (abartig geiles Zeug!) und ihren eigenen Feta! Alles aus frischer Milch. Das Fleisch kommt entweder von den eigenen Hühnern, von den Kühen aus der Nachbarschaft oder von den Schafen aus dem Dorf nebenan. Also was das angeht, waren wir hier bestens versorgt. Aber das Beste kommt jetzt noch.

Bier und Wein

Ich hab jetzt die ganze Zeit von Natalie geschrieben, aber nichts von Chris. Der ist nämlich Weinjournalist aus England, hat hier in Neuseeland seinen eigenen Weinshop und hat uns mit dem besten Wein und Bier versorgt. Aber nicht nur irgendeinen Wein, sondern Wein der in Europa etwa 800-1000 Euro kostet… Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, im wahrsten Sinne des Wortes. Und jetzt stellen wir uns die Frage: Warum sind die Menschen hier so Gastfreundlich. Ich meine, wir gehören hier nicht zur Familie, sind gerade einmal 10 Tage da und bekommen Wein, Bier, Fleisch, die besten Lebensmittel und werden so herzlich aufgenommen. Warum gibt es so etwas nicht in Deutschland? Sind wir hier in Deutschland zu geizig um auch unsere guten Lebensmittel und alles andere mit Fremden zu teilen? Wir waren jedenfalls mehr als überrascht!

Mein Geburtstag

Meinen Geburtstag haben wir ebenfalls bei der Familie verbringen dürfen. Mit Champagner angestoßen, gab es zum Dinner Gulasch mit Pinot Noir, guten Weißwein als Aperitiv und Portwein mit Büffelkäse als Nachtisch! Wenn wir hier so im Nachhinein darüber nachdenken, können wir es fast eigentlich kaum glauben, dass wir so etwas erleben durften. Das war natürlich ein rießen Ansporn unsere Arbeit hier wirklich gut zu machen. Und das haben wir anscheinend auch. Denn die Familie hat uns für weitere 10 Tage eingeladen. 7 Tage arbeiten und 3 Tage frei. Wobei das für uns nicht wirklich arbeiten ist, sondern Erfahrungen sammeln. Und das ist mehr wert, als alles andere.

Die nächsten 10 Tage Workaway

Ganz kurz: Nach den ersten 10 Tagen Workaway bei den Carrads waren wir auch bei einer zweiten Familie. Hier gibt es aber nicht ganz soviel zu berichten, außer, dass es uns nicht ganz so gut gefallen hat und wir von der Hitze und der Arbeit nicht viel mehr gemacht haben, als gechillt und geschlafen 😀

Naja, danach sind wir auf jeden Fall wieder zu den Carrads gegangen. Die Zeit jetzt haben wir genauso genossen, wie die ersten 10 Tage bei dieser Familie. Unsere Englischkenntnisse sind um ein Vielfaches besser geworden, genauso wie unsere Wein- und Bierkenntnisse 😀

Unsere Freizeit bei der Familie

Was haben wir in unserer Freizeit alles so gemacht… Ja, eine gute Frage. Ist eigentlich relativ schnell und einfach zu beantworten. Wir haben unseren Van ausgebaut. Wir hatten hier von einer Kappsäge über einen Makita Akkuschrauber so ziemlich viel an Werkzeug, was uns den Ausbau unheimlich vereinfacht hat. Natalie hat uns Paletten organisiert, eine Stichsäge von ihrem Onkel ausgeliehen und so viele brauchbare Tipps gegeben, die alle mit in unseren Van eingeflossen sind. Was uns natürlich enorm geholfen hat war, dass Natalie eine Schneiderin ist und Industrienähmaschinen und alles was man so dazu braucht in einer kleinen Werkstatt direkt neben dem Haus hat. Natürlich durften wir die auch benutzen. Und Malin hat die Vorhänge und Matratzen gezaubert.

Wenn wir nicht gerade unseren Van gebaut haben, haben wir Sebastian beschäftigt, bzw. er hat uns beschäftigt. Er hat uns den eigenen Kauri-Baum im Bush-Block gezeigt, wir waren mit ihm in einem Wasserfall baden und haben Bücher gelesen, sind durch den Garten gerannt und hatten einfach nur Spass.

Und wir kommen zurück

Genau! Wir kommen Ende Februar zu den Carrads zurück. Denn dank ihnen haben wir zwei Tickets für Gibbs Farm bekommen. Ein rießen großes Outdoor-Museum mit den größten Kunstwerken aller Welt. Man muss sich mal vorstellen, dass manche Leute ihren Neuseelandaufenthalt nach den Tickets dieses Museums zurechtlegen. Oh ja und wir haben Tickets. Und die sind so rar wie Kaviar in deutschen Gewässern 😛 Im Monat gibt es zwei Tage an denen jeweils 1500 Leute kostenlos durch die Farm laufen dürfen. Das war es dann schon. Schaut mal auf die Seite, es lohnt sich. Ich denke, da werden dann auf jeden Fall auch noch Bilder kommen, sobald wir dort waren.

Was gab es sonst noch so

  • Unser erstes BBQ in der südlichen Hemisphäre haben wir mit und bei den Carrads gehabt, nämlich Lamm und das war das beste Lamm, dass wir je gegessen haben.
  • Pizza aus dem eigenen Pizzaofen mit Teebaum-Holz, das wir selbst gefällt, gesägt und gehackt hatten. Mega lecker, mega geil und wieder eine Erfahrung, die wir sonst nirgendwo gehabt hätten.
  • Unseren eigenen Feta, den wir mit Natalie machen durften. Aber nicht nur Feta, sondern auch Ricotta!
  • Dill-Lachs, Kartoffeln mit Entenfett und weißes Nuggat mit Früchten.
  • Englisch-Kenntnisse und Tipps von Einheimischen, die normale Backpacker wahrscheinlich nie herbekommen.
  • Ein Weihnachten in Neuseeland verbringen ist so ganz und gar nicht normal. Christmas lights mit einem Laser und bei 27 Grad BBQ an Weihnachten ist schon was anderes als bei uns. Aber cool, finden wir!
  • Unzählige leckere Brotzeiten 😛

Und jetzt freuen wir uns, bald wieder bei den Carrads arbeiten zu dürfen.

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