Unser Van

Posted: Januar 3, 2018 by made-ja-life

Die Suche

Gleich angekommen waren wir schon auf der Suche nach dem perfekten Van für uns. Am Besten natürlich schon ausgebaut, Self-Contained und alles, wie wir es uns so vorgestellt hatten. Nachdem wir dann die ersten Automärkte und Händler abgeklappert hatten, wurde uns etwas mulmig. Fast alle Vans waren entweder in einer miserablen Verfassung, hatten mehr als 300.000 km auf dem Tacho oder waren nicht Self-Contained. Das war auf jeden Fall nicht das, was wir uns so erhofft bzw. vorgestellt hatten. Sogar die Suche auf Facebook-Gruppen war alles andere als einfach und erfolgreich. Dank Alex waren wir extrem mobil und konnten uns echt viele Vans und Autohändler anschauen und da… auf einmal war da dieser Importeur. 0800 Best Deal Cars. Mega viele Vans auf dem Hof, wenig Kilometer auf dem Tacho, im hinteren Teil komplett leer und vom Preis her (für das, dass die Teile kaum Kilometer auf dem Buckel haben und eigentlich wie neu ausschauen) echt OK. Ausgesucht, am nächsten Tag eine Testfahrt vereinbart, 200 Dollar Kaution als Reservierung hinterlegt und zack… am nächsten Tag hatten wir einen Mazda Bongo mit grade mal 140.000 km. Neuer Service, neuer W.O.F., Rego für ein halbes Jahr und das alles nach 4 Tagen Autosuche. Grandios? Definitiv!

Die Verzweiflung

Eigentlich hatten wir unseren Van ja bei der Testfahrt auf Herz und Nieren geprüft. Und da auf einmal war dieses Pfeifen. Das Pfeifen bei 70 km/h, das sich irgendwie nicht gut anhörte. Wir wollten es eigentlich ignorieren, haben uns dann aber am nächsten Tag dazu entschieden, nochmal zum Händler zu fahren. Der meinte dann völlig cool und unbekümmert: Voll normal, alles easy. It´s a basic van, it´s a good van! Ganz Glauben wollten wir dem aber nicht schenken. Egal, wir haben uns entschieden den Van auszubauen. Dieser Schritt bzw. der Entschluss den Van zu behalten und auszubauen hat lange auf sich warten lassen.

Unser erstes Bett

Der erste kostenlose Campingplatz, die ersten Einkäufe im Baumarkt und der Abschied von Alex. All das an einem Tag. Wo fangen wir an?! Unser Van war, dem Geruch zur Folge, ein Raucherauto. Eklig. Also Bodenmatten rausgerissen, alles mit dem Schwamm und unserer Scheuermilch geschrubbt und dann erst mal zum Baumarkt gefahren. Teppich, Teppichkleber, MDF-Platten, Kanthölzer, eine Säge, ein Schraubenzieher-Set und Schrauben besorgt. Nie wieder bauen wir ein Bett mit nur einer Handsäge und einem Schraubenzieher zusammen. Den halben Tag haben wir gebraucht, mit Blasen an den Händen und viiiiiiel Erfahrung mehr im Petto. Immerhin, das Bett war stabil und wir waren erst mal froh so ein cooles Bett im Van zu haben. So ein bisschen stolz ist man da ja schon 😛

Leider haben wir uns da dann auch schon von Alex verabschiedet. Er geht seinen Weg alleine weiter und ist inzwischen auf der Südinsel.

Noch mehr Verzweiflung

Tja, das Bett war fertig. Aber wie bekommen wir da jetzt noch eine Spüle rein, woher bekommen wir ein Spülbecken, eine Campingtoilette und das ganze Zeug, was man für das Self-Contained-Zertifikat so braucht her?! Wir waren kurz davor den Van wieder herzugeben. Einfach zu verkaufen. Nach einem neuen Van Ausschau halten, der schon alles drin hatte. Spülbecken, Abwasser und Frischwasserkanister, Klo und und und. Dann kam uns die grandiose Idee…

Workaway

Die nächsten Tage verbrachten wir mit dem Suchen bei Workaway.info nach Familien, die uns hosten würden. Der Gedanke dahinter war einfach: unseren Van verkaufen, während wir bei einer Familie sind, nebenbei einen neuen suchen und glücklich durch Neuseeland reisen. Relativ einfach. So zumindest die Idee. Die erste Familie hat auch nicht wirklich lange auf sich warten lassen, hat sich von der Beschreibung her auch sau gut angehört. Das beste war, wir konnten dort während meines Geburtstages sein. Die letzten Tage vor der Familie haben wir dann in Whatipu, Piha und in Muriwai verbracht. Die Beiträge dazu kennt ihr ja schon.

Der Vanausbau

Irgendwie hat uns die Familie dazu überredet, unseren Van zu behalten und ihn auszubauen. Sie hatten vieles an Werkzeug, Maschinen und das Beste kommt jetzt: sie haben sich darum gekümmert, dass wir umsonst Paletten bekommen, ganz nebenbei noch eine Stichsäge organisiert (eine Kappsäge hatten sie schon) und ein Spülbecken!!! Ich glaube, das war der erste Schritt in Richtung „perfekter Van“. Sogar das „Pfeifen“ hat sich erübrigt. Das ist für einen Mazda mit Automatik wohl normal (inzwischen hören wir es auch nicht mehr). Unser Host-Papa fährt auch einen Mazda und meinte das.

Jaaaa, der Ausbau. Zuerst haben wir das alte Bett wieder komplett zerlegt. Alle Paletten, die wir bekommen hatten von ihren Nägeln befreit und den ersten richtigen Plan geschmiedet, wie alles aussehen soll. Die Idee war: zwei Bänke, eine rechts und eine links mit einem Verbindungsstück am Ende, einen höhenverstellbaren Tisch zwischen der „Eckbank“, eine Küchenzeile und dazwischen Platz zum Ein- und Aussteigen, den man gleichzeitig auch noch als Bett benutzt. Leicht gesagt und auch leicht umgesetzt. Richtig cool und schaut auch noch nach was aus, finden wir 😀

So Paletten haben einfach ihren ganz eigenen Reiz und nach und nach hat sich unser Van in ein richtiges Schmuckstück für uns verwandelt. Die Küche sieht schnieke aus, das Bett ist bequem, die Spüle funktioniert tadellos und wir können bei Regen innen kochen und bequem sitzen. Für unser Solarpannel und unsere Solardusche haben wir uns was besonderes ausgedacht. Man sollte beim Aufstellen des Panels immer auf den korrekten Winkel zur Sonne achten. Daher haben wir eine kleine Konstruktion erstellt, die wir einfach in der Wasserrinne unseres Vans einhängen können. Darauf kann man total easy das Panel festmachen. Nebenbei funktioniert das Ding auch mega gut für die Solardusche. Drüberhängen und man kann sich total leicht darunter stellen und das warme Wasser über seinen Kopf tröpfeln lassen. Jetzt fehlte uns nur noch ein Wasserhahn und eine Toilette.

Die Toilette war leichter zu bekommen, als gedacht… TradeMe.nz ist da perfekt. Ähnlich wie Ebay Kleinanzeigen bei uns in Deutschland, haben wir da mega schnell eine für gutes Geld gefunden und sofort gekauft. Wirklich verwenden wollen wir das Ding aber nicht. Hauptsache wir bekommen damit das Zertifikat.

Der Wasserhahn war da schon eine Nummer kniffliger. Da wir das Ding ohne Strom betreiben wollen, musste da auch ein spezieller Wasserhahn her. Ein Wasserhahn, der ähnlich wie eine Luftpumpe funktioniert. Man pumpt und am Hahn kommt einfach das Wasser raus. Easy peasy, aber wo findet man sowas? Nach langen Recherchen und Durchfragen kamen wir auf einen Marine-Shop der unter anderem diese Teile für kleine Boote verkauft. Unglaublich, dass der Hahn doppelt soviel gekostet hat, wie unsere Toilette. War uns aber ehrlich gesagt herzlich egal, hauptsache wir haben diesen Wasserhahn drin und bekommen das Zertifikat.

Das Self-Contained-Zertifikat

Das nächste Problem hat nicht lange auf sich warten lassen. Die Regelungen für Self-Containment haben sich in den letzten Monaten nochmal verschärft. Super… Die Regeln sind jetzt folgende:

Man braucht eine Spüle mit Frisch- und Abwassertank (Kapazität 24 Liter für jeden Tank), einen Verlängerungsschlauch mit 3 m Länge zum Ablassen vom Abwasser aus dem Abwassertank, einen Mülleimer mit Deckel und eine Toilette mit mindestens 12 l Fassungsvolumen. Und jetzt kommt der Clou: Die Toilette muss während das Bett ausgebaut ist auch noch benutzbar sein. Und zwar so, dass man Ellbogenfreiheit hat und gemütlich darauf sitzen kann. Toll wa? 😀

Jetzt haben wir unseren Van nach unseren Vorstellungen gebaut, haben aber dieses kleine Detail übersehen und schon war die Verzweiflung wieder ganz groß. Unser Van war einfach zu klein für eine Toilette und ein ausgebautes Bett!

AAAAAABER

Wir haben uns dazu entschlossen, einen Vanhändler (die bauen selbst Vans aus) zu fragen, ob sie uns dabei helfen können, das Zertifikat zu bekommen. Also gleich am nächsten Tag da hin gefahren und dann hat sich das eine dem anderen gefügt. Der Händler meinte, wir bekommen das Zertifikat nie. Die Toilette muss fest eingebaut sein, man braucht einen Siphon und und und. Ein Baumarkt musste her. Wir haben uns Expander gekauft und die Toilette einfach an unserem Bett befestigt und das Bett nur halb aufgebaut. Jetzt konnte man sich wirklich bequem auf die Schüssel setzen und nebenbei kann sogar noch eine! Person im Bett liegen (muss ja keiner Wissen, dass wir zwei sind… :D). Weil uns der Händler nicht weiterhelfen wollte, ging es für uns zu einer vertrauenswürdigen Stelle. Die motor caravan association (kurz nzmca). Da waren wir nicht lang, weil man da Mitglied sein muss, um von denen das Zertifikat zu bekommen. Immerhin haben wir hier zwei Adressen bekommen, bei denen man das Zertifikat auch ohne Mitgliedschaft bekommen kann.

Die Lösung war Vanco. Blind sind wir da hingefahren und hatten innerhalb von wenigen Minuten das Zertifikat. Genauso schnell wie sich das hier liest, kam es uns auch vor. Der Inspekteur hat sich alles angesehen und war zufrieden. What?! Ja 😀

Wir sind seit diesem Zeitpunkt Self-Contaiened. Ab jetzt können wir endlich die guten kostenlosen Campingplätze anfahren, an Orten stehen bleiben, die für viele andere nie in Reichweite sind (zumindest nicht über Nacht). Das war erst mal ein richtig berauschendes Gefühl, weswegen wir uns auch gleich mal ne Flasche Prosecco gegönnt haben. Natürlich auf einem Parkplatz auf dem nur Self-Contained-Fahrzeuge stehen bleiben durften. Cascade Regional Park. Genau das war unser erster Parkplatz, direkt am Eingang zu vielen Tracks.

Here we go! unser Van!

That´s it. Unsere kleine Geschichte zu unserem Van. Bald geht es weiter mit der Story zu unserer Workaway-Familie. Da gibt es auch einiges zu erzählen und vor allem vieles zu zeigen!

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