<1> Die Entscheidung

Posted: September 13, 2017 by made-ja-life

Weltreise – Ja oder nein? Unsere Entscheidung!

Die Liebe zum Reisen, zu anderen Kulturen und der Natur entdeckte ich schon früh. Als ich nach meiner Norwegen-Reise 2014 zurück nach Deutschland kam traf es mich erst einmal hart als ich im Zug nach Hause saß. Ich wurde recht unfreundlich aufgefordert meinen Rucksack nicht auf den Sitz zu stellen, da andere Leute sich sonst nicht hinsetzen können. Dem stimme ich eigentlich zu, wenn nicht der ganze Zug bis auf 5 Plätze leer gewesen wäre. Naja, wer kennt es nicht. Nörgelnde Menschen… Im Gegensatz dazu wird man in Norwegen wie ein Freund behandelt. Egal mit wem man sich unterhält, wen man nach dem Weg frägt. Man wird stets mit einer Freundlichkeit und Herzlichkeit behandelt, die berührt. Daumen raus, kurz sagen wo´s hingehen soll und schwupps wird man mitgenommen. So wollte ich nach meiner Norwegen-Reise schnell wieder raus aus Deutschland, neue Länder und deren Kulturen entdecken – einfach neue Eindrücke sammeln, raus aus dem konservativen Trott.

Wir brauchen einfach diese Freiheit!

Gemeinsame Urlaube

Am Ende unserer Urlaube kamen wir immer mit einer gewissen Traurigkeit heim. Nachdem man zu Hause war, war da erst einmal Leere. Stille im Raum. Irgendwie war das seltsam. Man wusste nicht so recht wohin mit sich selbst. Bis man langsam zu realisieren beginnt, dass die Arbeit ruft, der Alltag das Leben Stück für Stück wieder einnimmt. Boa, früh aufstehen, wenn man eigentlich noch eingemurmelt in der Decke liegt. Aber ohne Arbeit gibt’s kein Geld. Geld brauchen wir für unsere Reise. Also führt kein Weg dran vorbei.

Mit einem festen Arbeitsvertrag denkt man schon das ein oder andere mal daran: Was ist, wenn das alles doch nichts für uns ist? Was ist, wenn uns das Geld ausgeht? Wie geht´s unserer Famlie zu Hause? Fragen über Fragen, die durch den Kopf wandern. Und wir hatten schon das ein oder andere mal einen leichten Anflug von Kopfzerbrechen… Aber letztenendes siegt dann doch das Verlangen nach Freiheit, nach Reisen und Individualität. Man möchte raus aus dem Trott in dem man steckt. Raus aus dem Alltag, den alten Gewohnheiten, Neues erleben.

Allerdings gibt es da auch negativ eingestellte Leute. Die meinen: „eh, ein Jahr im Ausland? Woher nimmst du das Geld? Geh doch lieber arbeiten.“ Diese Menschen freuen sich auf ihr Zuhause. Auf ihren Alltag, ihr geregeltes Leben, das regelmäßige Einkommen, das Gefühl, wenn der Feierabend anbricht. Hört sich ein bisschen langweilig an, oder? Dann gibt es Leute, die kann man nicht halten. Menschen die Gänsehaut bekommen, wenn sie an die Nächte im Zelt am See in den Bergen denken. Leute, die direkt nach Ihrem Urlaub den nächsten Urlaub buchen (oder planen). Genau zu denen zählen wir. Nach unserem letzten Urlaub auf Mallorca und in Italien konnten wir uns Gegenseitig nicht mehr halten. Die Vorfreude ist rießig, der Flug gebucht und wir setzen jeden Tag einen kleinen Haken im Kalender.

Das wird einem auch erst richtig klar, wie schnell das jetzt alles da ist. Jetzt, wo ich das hier schreibe merke ich erst: ey es sind noch 7 Wochen bis zum Flug!

Wenn da nicht das „Aber“ wäre

Dieser Rand des Horizonts. Man beginnt zu träumen ehe man dieses „Aber“ am Horizont sieht. Man blickt nachts in den Himmel, sieht unzählige Sterne und mitten drin dieses kleine „Aber“. Schon im Kindesalter bekommen wir das eingetrichtert und von unseren Eltern im Regelfall mit in die Wiege gelegt. Mach das nicht sonst passiert jenes. Jeder kennt es. So ist es auch mit unserer Reise. Wir beide haben hier mal unsere „Abers“ aufgelistet:

… Aber reicht das Geld?

… Aber die Familie und Freunde zu Hause?

… Aber der feste Job?

… Aber das geregelte feste Einkommen?

Wenn man sich die „Abers“ mal genauer anschaut kommt man zu folgenden Ergebnissen, eigentlich alles halb so wild:

… aber reicht das Geld?

Blödes „Aber“, denn eigentlich sollte Geld nicht im Vordergrund stehen. Ohne geht´s aber auch nicht. Wenn man nicht auf allzu großem Fuß lebt, sollten sich die Ausgaben in Grenzen halten. Ich beobachte mein Konto immer genauestens und stelle fest, dass die meisten Ausgaben nicht nötig sind (wer hätte es gedacht). Und die Ausgaben, die wirklich nötig sind, lassen sich auf ein Minimum reduzieren. Letzen Endes gibt man das Geld bei einer Reise aber nicht sinnlos aus, sondern investiert in sich selbst, in Erfahrungen und Erlebnisse. Kosten, wie die Miete, ´n teures Auto, der Handyvertrag mit möglichst viel Datenvolumen, Versicherungen etc. fallen bei einer Weltreise eigentlich größtenteils weg. Und wenn das Geld mal knapp werden sollte, bleibt immer noch die Möglichkeit zu jobben. Schließlich weiß man ja nie, was einen erwartet und was passiert.

… aber die Familie und Freunde zu Hause?

Das ist ein Punkt der uns beiden sehr wichtig ist. Man weiß nie, was zu Hause gerade passiert. Wie ergeht es den Großeltern, dem Hund oder der Katze. Wie verändern sich Freundschaften, wenn man sich so lange Zeit nicht sieht, kaum Kontakt hat. Ihr glaubt nicht, wie sich hier die wahren Freunde herauskristallisieren… Traurig aber wahr! Es ist sehr schwer davon Abschied zu nehmen. Allerdings ist der Abschied nicht für immer. Schließlich sollte man positiv denken und guten Gewissens an die Sache herangehen. Wenn die Freunde zu Hause nicht auf einen warten wollen, sind es dann überhaupt richtige Freunde? Die Großeltern, die Familie und die Haustiere sind momentan gesund und ein Jahr ist nicht viel, da wird in diesem Jahr bestimmt auch nichts passieren. Think positive!

… aber der feste Job?

Der feste Job, der einem vielleicht gar nicht so gefällt, wie man es sich früher immer vorgestellt hat. So ergeht es uns beiden. Zumindest ich bin recht unglücklich mit meiner momentanen Jobsituation. Naja, wir sind beide noch jung, haben quasi unser ganzes Leben noch vor uns. Und warum sollten wir jetzt schon anfangen in den unermüdlichen Kreislauf des Alltags zu schlüpfen, wenn wir doch unser Leben leben können? Wir wollen unser Leben anders gestalten. Einfach so leben, wie es uns gefällt und nicht, wie es uns vorgesagt wird. Wir beide waren in unserer beruflichen Situation nicht immer vollstens zufrieden und so fiel es uns nicht ganz so schwer, den festen Job hinter uns zu lassen. Man braucht im Leben eben Herausforderungen, Abenteuer und Geschichten, die man später mal seinen Kindern erzählen kann.

… aber das geregelte und feste Einkommen?

Ich denke, das ist ein sehr leichtes „Aber“. Wir haben relativ schnell angefangen zu sparen und unsere Ausgaben zu minimieren, um einen möglichst großen Puffer zusammenzubekommen. Und wenn wir ehrlich sind, ist uns das gar nicht mal so wichtig. Wir leben einfach in den Tag. Wenn das Geld knapp wird, gehen wir arbeiten, jobben unterwegs. Schließlich haben wir einen Beruf gelernt und im Internet gibt es inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, sich Jobs an Land zu ziehen. Da wäre zB.: www.freelancer.com . Hier kann man nicht nur Jobs ergattern, man lernt nebenbei auch noch ganz von alleine Englisch. Super Sache, oder?

 

Wenn alles schief laufen sollte, bleibt uns immer noch die Möglichkeit zurück zu kommen. Lieber haben wir den Versuch unternommen, es in die weite Welt gewagt, als später zu sagen, hätte ich doch nur, oder wenn ich… Ein Zitat von Julia Engelmann, was ich mir sehr oft vor die Augen führe ist: Eines Tages, Baby, werden wir alt sein. Oh Baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können. Dieser Text spricht für sich und verkörpert aber auch das, was viele Menschen wirklich leben. Schaut mal in die Seite und schaut euch das Video an, es lohnt sich wirklich! Ein Leben nach allen Regeln, ohne etwas zu wagen. Pff, sowas wollen wir nicht! Auf geht´s in die Welt. Genau auf diesen Satz hab ich gewartet! Jetzt ist es raus und es tut soooooo unheimlich gut! Raus in die Welt!

 

Wir wollen diese Reise. Wir wollen später nichts bereuen, weil wir uns nicht getraut haben, trotz den „Abers“.

 

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